Fransenfledermaus - Myotis nattereri


Die Fransenfledermaus ist in Sachsen-Anhalt eine weit verbreitete Fledermausart. Sie wird im Tiefland, in den Auenwäldern, z.B. an der Elbe, in den Heidegebieten der Colbitz-Letzlinger Heide, der Klietzer Heide oder in der Glücksburger Heide angetroffen. Im Harz sind Reproduktionen in einer Höhe bis 530 m ü. NN bekannt (Ohlendorf 2002). Reproduktionsquartiere dieser Art nachzuweisen, gelang bisher nur in Fledermauskasten- gebieten, welche schon länger eingerichtet sind oder sehr selten in Gebäuden. Derzeit gibt es nur wenige bekannte Reproduktionsgesellschaften, wie jene auf der Unterharzhochfläche bei Tanne oder im Stadtwald von Havelberg. Die Gesellschaften bestehen aus 15 bis 40 adulten Weibchen zuzüglich jeweils eines Jungen. Es besteht die Schwierigkeit, natürliche Sommerquartiere wie Baumhöhlen und Fäulnishöhlen der Art zu finden. Telemetrierung ist dafür nötig. Winternachweise hingegen liegen aus ganz Sachsen-Anhalt vor. Die Fransenfledermaus ist eine typische Fledermausart der Keller- und Bunkeranlagen, bzw. der Stollen und Höhlen. Insbesondere in der Altmark, im Fläming, aber auch in anderen Landesteilen sind große Überwinterungsquartiere bekannt. Die Art neigt dazu, große Cluster mit Individuen der gleichen Art oder mit der Wasserfledermaus und/oder dem Mausohr zu bilden.


Fransenfledermäuse im Winterquartier

Fransenfledermäuse im Winterquartier

Habitat der Fransenfledermaus

Habitat der Fransenfledermaus














Ende August bis Ende September schwärmt die Art vor den großen Kellerquartieren in der Altmark sowie vor den großen Felsquartieren im Harz (Heimkehle, Höhlen um Rübeland, der Gruben Büchenberg und Volkmarskeller im Harz). Sie gehört zu den Fledermausarten, welche spät im Jahr noch jagen kann, so im November. In den Rübeländer Höhlen (Baumanns-, Bielstein- und Hermannshöhle) überwintern schätzungsweise ca. 5000 Individuen und in der Gipskarsthöhle Heimkehle am Südharz ca. 2000 Individuen.  Die Fransenfledermaus gehört neben der Wasserfledermaus zu den häufigsten Winterschläfern in Fels- und Kelleranlagen in Sachsen-Anhalt. Wanderungen vom Tiefland zu Harzer Winterquartieren sind bis 110 km Entfernung belegt.

Kenntnislücken von der Fransenfledermaus bestehen besonders aus dem Süden des Landes. Es fehlen sowohl Reproduktionsnachweise als auch Nachweise von Winterquartieren, in denen mehr als drei Individuen überwintern. Zudem sind die Fledermauskästen in den bekannten Reproduktionsgebieten  durch neue Kästen zu ergänzen.

 

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Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. 2014