Große Bartfledermaus - Myotis brandtii


Die Große Bartfledermaus ist eine Fledermausart, welche weit im Tiefland in den Flussauen und im Unterharz in den Bauchauen und Teichgebieten in Sachsen-Anhalt verbreitet ist. Natürliche Baumquartiere sind bislang nicht gefunden worden. Die Art wird in Sachsen-Anhalt besonders in Holzflachkästen in Bruch- und Auenwälder und hinter Fassadenverblendungen an Wohngebäuden nachgewiesen. Das größte zusammen­hängende Reproduktionsgebiet mit mehreren Reproduktionsgesellschaften befindet sich im Cheiner Moor, nördlich von Salzwedel (Ohlendorf & Hecht 2001). Weitere große Reproduktionsgesellschaften befinden sich im NSG „Kreuzhorst“ und im „Ziegelrodaer Forst“ (Lehmann 2008). Die Große Bartfledermaus lebt vielfach vergesellschaftet mit der Rauhhautfledermaus Pipistrellus nathusii und der Mückenfledermaus Pipistrellus pygmaeus. Vergesellschaftungen mit der Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus (Ohlendorf 1998) haben sich nach der deutlichen Trennung der „Zwergfledermausarten“ als Pipistrellus pygmaeus herausgestellt und sind dahingehend zu berichtigen.


Große Bartfledermäuse

Große Bartfledermäuse

Jagdgewässer Große Bartfledermaus

Jagdgewässer Große Bartfledermaus















Vergesellschaftungen mit der Kleinen Bartfledermaus Myotis mystacinus sind hingegen sehr selten und liegen bisher nur einmal aus dem Cheiner Moor vor. Die Determination der drei „Bartfledermaus-Arten“ bereitet im Allgemeinen Schwierigkeiten und bedarf viel Erfahrung.

Kenntnisdefizite gibt es von der Große Bartfledermaus vor allem aus dem Zeitzer Forst und den östlichen Landesteilen. Durch die Einrichtung von Flachkastenrevieren in Laubwäldern mit Anbindung zu Gewässern sind diese jedoch relativ leicht zu schließen. Netzfänge Ende Juni bis zum 10. Juli könnten zu einer eindeutigen Statusfeststellung der Art führen. Winterquartiere befinden sich fast ausschließlich im Harz mit mehreren Individuen. Die bemerkenswertesten Winterquartiere sind das Grubengebiet „Büchenberg“ und der „Marmorbruch Krockstein“ mit mehr als 20 Individuen.


Poster zur Determination der Bartfledermäuse → hier


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Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. 2014