Kleine Bartfledermaus - Myotis mystacinus


Von der Kleinen Bartfledermaus liegen aus Sachsen-Anhalt Einzelnachweise aus allen Landesteilen vor, jedoch sind nur wenige, die Quartieren zugeordnet werden können. Reproduktionsnachweise sind hinter Fensterläden aus der Altmark und aus dem Vorfläming bekannt. Reproduktionsquartiere fehlen bislang aus dem Harz und seinem Umfeld. Netzfänge mit laktierenden Weibchen gelangen im NSG „Othaler Wald“, im Ziegelrodaer Forst, im Biosphärenreservat “Karstlandschaft Südharz” bei Rottleberode und bei Wettelrode und im NSG „Bodetal“. Ähnlich wie Myotis alcathoe besiedelt die Art in Wäldern Tages- schlafquartiere hinter abstehender Borke alter Bäume, besonders in Laubmischwäldern.

Kleine Bartfledermaus (links) und Große Bartfledermaus (rechts)

Kleine Bartfledermaus (links) und Große Bartfledermaus (rechts)

Im Oberharz ist die Art in Fledermaus- kästen bis 920 m ü. NN nachweisbar. Es wird angenommen, dass die Art hinter Borken abgestorbener Fichten lebt. Die Kleine Bartfledermaus kann nicht als typische Tieflandart angesehen werden. Den Verbreitungsschwerpunkt hat sie in Naturräumen mit starker Reliefenergie, in den bewaldeten Endmoränengebieten, im Hügelland, in den kollinen bis montanen Regionen des Harzes. Winterquartiere sind besonders aus dem Harz bekannt. In anderen Landesteilen werden nur sehr selten Überwinterungen festgestellt. Die bemerkenswertesten Winterquartiere sind das Grubengebiet „Büchenberg“ und der „Marmorbruch Krockstein“ mit mehr als 20 Individuen. Die Anzahl der festgestellten Überwinterung ist wahrscheinlich von vom Zeitpunkt der Kontrollen und des Verlaufes des Winters abhängig. So werden Winter registriert mit mehr Kleinen Bartfledermäusen bzw. dann wieder mit mehr Großen Bartfledermäusen. Von beiden „Bartfledermausarten“ sind Fernflüge zum Harz aus einem Umfeld von 100 km bekannt. Schwärmquartiere sind besonders im Rübeländer Höhlengebiet (Ohlendorf 2003) und im Gipskarst im Südharz  (Ohlendorf et al. 2004) untersucht

Kenntnislücken bestehen bei der Art in allen Landesteilen. Nicht zuletzt gehört die Art zu den seltenen und stark gefährdeten Fledermausarten Sachsen-Anhalts.


Poster zur Determination der Bartfledermäuse → hier


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Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. 2014