Mopsfledermaus – Barbastella barbastellus


Die Mopsfledermaus zeigt nach gegenwärtigem Kenntnisstand eine lückige Verbreitung in Sachsen-Anhalt. Winterquartiere (ca. 60) sind aus allen Teilen des Landes bekannt. Wochenstubenquartiere (ca. 10) dagegen konnten nur vergleichsweise wenige gefunden werden, die sich alle in größeren Waldgebieten befanden. Dabei wurden sowohl laub- (z. B. Colbitz-Letzlinger Heide, Südharzvorland) als auch nadelwalddominierte Bestände (Oranienbaumer Heide, Colbitz-Letzlinger Heide) besiedelt.

Mopsfledermaus im Winterquartier

Mopsfledermaus im Winterquartier (Foto: St. Hahn)

Bei Hofmann (2001) wurden 57 Vorkommen der Mopsfledermaus für Sachsen-Anhalt an­gegeben, die sich auf sechs naturräumliche Haupteinheiten verteilten. Danach lagen ca. 30 % der Nachweise im Bereich des Elbe-Mulde-Tieflands; größere Anteile am Gesamtvorkommen wiesen noch das Thüringer Becken mit Randgebieten mit 24,6 %, das östliche Harzvorland mit 19,3 % und die Altmark mit 12,3 % auf. Geringere Anteile waren für das Sächsische Hügelland und das Erzgebirgsvorland mit 8,8 % und für den Fläming mit 5,3 % festzustellen.

Die nachgewiesenen Wochenstuben befinden sich alle in der kontinentalen Region (Elbe-Mulde-Tiefland, Altmark, Thüringer Becken mit Randplatten, Östliches Harzvorland und Börden). In den letzten Jahren durchgeführte intensivere Untersuchungen im Westen des Landes legen jedoch den Schluss nahe, dass das Fehlen von Wochenstuben- nachweisen aus der atlantischen Regionen lediglich auf Bearbeitungslücken beruht.

Kenntnis- bzw. Bearbeitungsdefiziten hinsichtlich der Verbreitung der Mopsfledermaus bestehen nicht nur im Westen und Nordwesten des Landes sondern auch in anderen Teilen. Zu nennen wären hier der Altkreis Halberstadt (zum großen Teil der atlantischen Region zugehörig) und vor allem der Zeitzer Forst im Süden. Aus dem letztgenannten Gebiet existieren lediglich alte Nachweise, die dringend einer Bestätigung bedürfen.

 

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Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. 2014